Befruchtungserfolg von Lachseiern

Stand der Technik:

In der kommerziellen Fischzucht, wie zum Beispiel bei der Zucht des atlantischen Lachses, werden die dem Rogner entnommenen Eier mit den Spermien der Milchner in speziellen Gefäßen in Kontakt gebracht und künstlich befruchtet. Zur Überprüfung der resultierenden Befruchtungsrate pro Inkubator wird nach 24-48h eine repräsentative Anzahl von Eiern zufällig ausgewählt, entnommen und mit verdünnter Essigsäure behandelt. Durch diese Behandlung verlieren die Eier ihre natürliche Opazität, werden transparent und können unter dem Lichtmikroskop untersucht werden. Diese Untersuchung erfolgte bisher manuell und ist stark von den individuellen Erfahrungen und Fähigkeiten des Operators abhängig. Zudem führt die Behandlung mit Essigsäure zu einer Veränderung der inneren Struktur der Eier (Denaturierung), was zu Interpretationsfehlern bei der mikroskopischen Bewertung führen kann.

Unsere Lösung:

Eine vollautomatische Anlage zur zerstörungsfreien Untersuchung von Fischeiern mittels der sogenannten Optischen Kohärenz Tomografie (OCT) ermöglicht die Aufnahme tomographischer Bilddaten ähnlich der Computertomografie. Die untersuchten Fischeier bleiben lebensfähig und werden in ihrem natürlichen Zustand untersucht. Dazu werden die Fischeier in einen mit Wasser gefüllten Probenhalter überführt. Dieser ist so gestaltet, dass sich die Eier auf festgelegten Messplätzen anordnen. Oberhalb des Probenhalters befindet sich der OCT-Messkopf, der vollautomatisch über dem zu untersuchenden Fischei positioniert wird. Die im Messkopf integrierte Kamera detektiert die winzige Keimscheibe im Fischei und liefert die Koordinaten für die darauffolgende OCT-Messung. Die erhaltenen Daten werden online ausgewertet und protokolliert. Mit Hilfe des ermittelten Befruchtungserfolges wird es möglich die zu erwartende Anzahl schlüpfender Jungfische pro Inkubator zu berechnen.